Stiftung Warentest sieht Kombikredite der Bausparkassen an der Spitze

Veröffentlicht am 22. März 2017 von Axel Guthmann

Obwohl Baugeld zuletzt wieder etwas teurer geworden ist, sind die Finanzierungsbedingungen für Immobilienerwerber immer noch extrem günstig. Es liegt auf der Hand, dass es in dieser Situation in den allermeisten Fällen vernünftig ist, sich die niedrigen Zinsen möglichst lange für die Zukunft zu sichern. Die Stiftung Warentest hat deshalb Baufinanzierungsangebote mit langen Zinsbindungen von z. B. 15, 20 oder 25 Jahren genauer unter die Lupe genommen. Die sogenannten Kombikredite der (Landes-)Bausparkassen, die im Test sogar Zinssicherheit bis zu 28 Jahren darstellen konnten, gehören dabei erneut zu den besten Angeboten, wie der heute erschienenen Ausgabe von Finanztest zu entnehmen ist.

Sicherheit bis zur letzten Rate

Bei den Kombikrediten der Bausparkassen handelt es sich um die Kombination aus einem Vorausdarlehen und einem parallel besparten Bausparvertrag. Mit dem angesparten Bausparvertrag wird ein zunächst tilgungsfreies Darlehen abgelöst, so dass im Anschluss nur noch das Bauspardarlehen zurückzuführen ist. Auf diese Weise können sich Bauherren und Käufer das heutige niedrige Zinsniveau bis zur letzten Rate sichern, auch wenn diese erst in 20 oder 25 Jahren fällig ist. Wie Zinssicherung beim Bausparen und Finanzieren funktioniert, zeigt dieses Video.

Bausparkassen binden Riester-Förderung ein

Stiftung Warentest betont im Vergleich mit sogenannten Volltilgerdarlehen von Banken und Versicherern einen weiteren Vorteil der Kombikredite: „Die meisten Bausparkassen bieten sie auch mit staatlicher Förderung an. Kreditnehmer erhalten dann für die Bausparbeiträge und die Tilgung des Bauspardarlehens Zulagen und Steuervorteile wie für einen Riester-Sparvertrag. Das lohnt sich – vorausgesetzt, der Zinssatz für den Riester-Kredit ist nicht oder kaum höher als für einen ungeförderten Kredit.“, erklärt Finanztest.

Neben der Tatsache, dass die Kombikredite der Bausparkassen mit den „Top-Angeboten“ der Banken mithalten können und – wie Finanztest es formuliert – nur einen „Tick teurer sind“ (in einem vergleichbaren Modellfall z.B. 1,67 % statt 1,65 %), ist eine andere Beobachtung bemerkenswert: Stiftung Warentest konnte neben den Bausparkassen, die durchwegs „Wohn-Riester“ im Programm haben, nur noch einen einzigen bundesweiten Anbieter unter den Banken ausfindig machen, der die staatliche Altersvorsorgeförderung in die Finanzierung einbindet. Finanztest kommt deshalb zu dem Schluss: „Diese Kombination eines Kredits mit einem Bausparvertrag eignet sich vor allem für Kreditnehmer, die Zulagen und Steuervorteile aus der staatlichen Riester-Förderung für ihre Finanzierung nutzen wollen. Das ist bei herkömmlichen Bankangeboten selten möglich.“

Ein weiterer Vorteil der Kombikredite von Bausparkassen sei noch erwähnt, nachdem Finanztest ihn nicht angesprochen hat: Für das Bauspardarlehen (mit oder ohne Riester-Förderung) müssen Sondertilgungsrechte nicht extra vereinbart werden. Denn es kann vom Kunden jederzeit teilweise oder ganz zurückgeführt werden.

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