Vorerst keine Entspannung auf dem Immobilienmarkt in Sicht

Veröffentlicht am 14. Juni 2017 von Axel Guthmann

Die aktuelle Frühjahrsumfrage unter unseren 600 Immobilienexperten von LBS und Sparkassen kommt zu dem Ergebnis, dass die Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt vorerst nicht zur Ruhe kommen. Bis zum Jahresende werden Preisanstiege zwischen 3 und 5 Prozent erwartet. Die Erhebung in 402 Land- und Stadtkreisen gewährt ein umfassendes Bild über die derzeitige Wohnungsmarktsituation in Deutschland.

Die deutlich über der allgemeinen Teuerungsrate liegenden Preiserwartungen resultieren aus der unverändert hohen Nachfrage nach Wohnimmobilien bei gleichzeitig knapper werdenden Angeboten im Bestand sowie einer Neubautätigkeit, die sich nicht schnell genug auf die veränderte Marktlage einstellen kann. Die inzwischen angesprungene Neubautätigkeit verspricht erst perspektivisch eine gewisse Entlastung. Preistreibend wirken sich außerdem die nach wie vor außergewöhnlich attraktiven Finanzierungsbedingungen, eine gute Einkommens- und Beschäftigungsentwicklung sowie der weiter steigende Wohnraumbedarf aus, bedingt auch durch die hohe Zuwanderung.

Besonders auffällig an der diesjährigen Erhebung sind die Preiserwartungen beim Bauland. In den untersuchten Groß- und Mittelstädten sowie ausgewählten Umlandgemeinden wird durchweg mit Preisanstiegen von fünf Prozent und mehr gerechnet. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass es in Deutschland derzeit vor allem an baureifen Grundstücken mangelt, um dem gewachsenen Bedarf an Wohnraum Rechnung tragen zu können. Es spricht nichts dagegen, in den Städten die Innen-Entwicklung voranzubringen und vorhandene Baulücken zu nutzen. Doch die hohe Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage (sie ist die Hauptursache für steigende Preise) zeigt, dass ohne Bereitstellung neuer Bauflächen der derzeitige „Druck im Kessel“ nicht weichen wird.

Immobilienpreisspiegel für 960 Städte

Ein umfassendes Bild über die Wohnungsmarktsituation in Deutschland liefert unsere Veröffentlichung „Markt für Wohnimmobilien 2017“. Hier gibt es außerdem kurze Analysen zur Bautätigkeit, zum Wohnungs- und Vermögensbestand sowie zur Wohneigentumsbildung. Grafisch aufbereitet und mit kurzen Erläuterungstexten versehen sind außerdem die relevanten gesamtwirtschaftlichen Einflussgrößen, etwa die Entwicklung von Einkommen und Sparquote sowie Baupreisen und Mieten.

In unserem Immobilienpreisspiegel können typische Preise für Eigenheime, Eigentumswohnungen und Bauland in 960 Städten und in über 100 Stadtteilen der 14 größten Städte Deutschlands recherchiert werden.

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